Verabschiedung von David Steinemann


David Steinemann staunt nicht schlecht, als vier Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und heulender Sirene unter seinem Fenster vorfahren und ein Grossaufgebot von Rümlanger Feuerwehrleuten in Vollmontur aussteigt.
«Du kommst jetzt mit», sagt Urs Diggelmann, Stellvertretender Feuerwehr-Kommandant und Steinemanns Nachfolger, besteigt den Korb der Drehleiter, befördert sich damit bis unter Steinemanns Fenster und übergibt seinem Noch-Kommandanten dessen Feuerwehrkleidung samt Helm. «Jetzt wollen wir sehen, wie du in den Korb hineinsteigst», scherzt Diggelmann, während Steinemann unter den gespannten Blicken seiner Feuerwehr-Kollegen, des Gemeinderats Samuel Sauter und einiger Schaulustiger aus dem Fenster kriecht und sich dann doch ganz ansehnlich in den Korb schwingt.

Vorgezogene Amtsübergabe
Dies ist Steinemanns letzter Einsatz bei der Rümlanger Feuerwehr. Auf Ende Jahr wird er aus Rümlang wegziehen. Sein langjähriges Amt als Feuerwehrkommandant hat er aber bereits letzten Freitag an seinen Nachfolger Urs Diggelmann übergeben.
Normalerweise erfolgen Personalwechsel bei der Feuerwehr immer an Neujahr. Der Abschiedsapéro wird dabei gleich noch mit einem Neujahrsapéro verbunden. «In diesem Fall aber haben wir den Wechsel vorgezogen, damit David Steinemann mich noch einarbeiten kann, bevor er Rümlang verlässt», erklärt Diggelmann.

Ehrenrunde durchs Dorf
Und eine Überraschungs-Grillparty zum Abschied ist schliesslich auch nicht zu verachten. Vor allem wenn man noch direkt von zu Hause abgeholt und von vier Feuerwehrfahrzeugen zur Fete eskortiert wird. Denn nachdem Steinemann erfolgreich aus seinem Haus evakuiert worden ist, darf er gleich im Korb der Drehleiter bleiben und von dort oben eine letzte Fahrt mit dem Feuerwehrwagen machen. Wie der Papst auf Staatsbesuch wird er auf einer Ehrenrunde durchs Dorf zum Feuerwehr-Depot chauffiert.
«Ich bin sprachlos, ich hatte ja keine Ahnung», sagt Steinemann immer noch überrascht, als er beim Feuerwehr-Depot von Freunden und Bekannten mit einem reichhaltigen Buffet empfangen wird. «Da kommt schon fast etwas Nostalgie auf», meint er, als er seine Sprache schliesslich wieder gefunden hat. «Es war wirklich eine schöne, sehr eindrückliche Zeit mit guten Kollegen.»

Quellen:
Text und Foto: Rümlangerblatt